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Trend Airshield
Holzgewinde

Trend Airshield

Hier möchte ich meine ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Trend Airshield schildern. Meiner Schilderung kann werder den Anspruch der Vollständigkeit noch der Objektivität erheben.

Warum Trend Airshield?

    Immer wieder liest man von der Gefährlichkeit von Holzstaub, insbesondere der Buche und Eiche. Außerdem ist es fürs Drechseln empfehlenswert einen Gesichtsschutz zu tragen. Es kann vorkommen, dass sich Teile lösen und dem Drechsler entgegenspringen.

    Zur Zeit gibt es meines Wissens nach nur ein Produkt, dass ein Visier mit Atemmaske darstellt und preislich für einen Amateur überhaupt in Frage kommen könnte. Das ist der Trend Airshield, der von der Firma Sauter in Deutschland vertrieben wird. Früher hat die Firma 3M auch so ein Visier hergestellt, doch ist die Produktionen meines Wissens nach eingestellt worden.

    Der Airshield ist ein Vollvisier, in das gefilterte Luft eingeblasen wird. Es gibt Beschreibungen im Internet dazu www.sauter-gmbh.net . Leider ist es mir nicht gelungen, das Gerät irgendwo vor dem Kauf anzusehen. Rund 300 Euro ist für die Maske ist auch nicht gerade preiswert und bei dem Preis sieht man sich eigentlich die Ware gerne vor dem Kauf an. Doch das war leider nicht möglich – also war der Kauf mit einem gewissem Risiko behaftet. So einen “Testbericht” wie diesen hier habe ich leider vergeblich gesucht.

    Zunächst habe ich andere Versuche mit Einwegmasken unternommen. In Verbindung mit einem Visier waren diese nicht positiv. Ich bin Brillenträger und es hat alles irgendwie nicht gepasst. Brille ist beschlagen, Einwegmaske verrutscht, unbequem . . .

    Da ich nur eine sehr kleine und kaum belüftete Werkstatt habe, ist die Staubkonzentration trotz Staubsuager manchmal recht hoch. Dazu kommt, dass es mein Beruf ist ein Blasinstrument zu spielen und ich daher besonders daran interessiert bin, die Atemwege gesund zu erhalten. Nach der Arbeit in der Werkstatt konnte ich an meinem Taschentuch feststellen, welches Holz ich verarbeitet hatte. Also: Die Gesundheit war mir wichtig und ich bestellte den Trend Airshield einschließlich 10 Visierschutzfolien für 288,96 Euro bei www.drechselnundmehr.de .

    Nach etwa 2 Wochen erhielt ich den Airshield. Im Karton befand sich das Visier, Zubehör und eine englische Bedienungsanleitung. Schade dass es so eine Anleitung nicht in deutsch gibt – so etwas könnte man doch für rund 300 Euro erwarten!

    Nun gut ich bin auch so zurecht gekommen. Vor der ersten Benutzung muss der Akku 14 Stunden aufgeladen werden. Ein einfaches Steckernetzteil übernimmt das Laden. Selbst preiswerte (auch billige) Akkuschrauber haben heute schon Schnellladegeräte – so etwas gibt es hier aber nicht, schade. Nun gut der Akku ist geladen, wird eingebaut und dann kann es auch schon fast losgehen.  nach oben

Der Airshild ist auch mit Brille zu verwenden und auch ein Kapselgehörschutz kann getragen werden.

Sitz und Trageeigenschaften

    Das Visier wird mit den Einstellbügeln auf die Kopfgröße angepasst. Ich selbst habe Hutgröße 60 und auch damit kann man das Visier bequem tragen. Auch die Brille stört nicht. Etwas irritiert war ich, als ich feststellte, dass die Schaumstoffdichtung am Gesicht nicht dicht abschließt. Nachher stellte ich fest, dass sie überhaupt nicht dicht abschließen muss, da im Visier ja ein leichter Überdruck herrscht, der verhindert, dass Staub in die Atemwege gerät. Vielleicht steht dieser Hinweis ja in der Bedienungsanleitung – aber die ist ja in englisch . . .

    Nun gut, der Airshield sitzt und passt und nun kommt der große Augenblick des Einschaltens. Ein Surren signalisiert das Laufen des Gebläses und man spürt den leichten Luftzug vor dem Gesicht. Natürlich spürt man, dass man einen “Helm” trägt, aber es ist nicht wirklich unangenehm. Wenn man sich einen Moment daran gewöhnt hat, kann man gut damit arbeiten. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es, dass man nicht mal eben ein paar Späne wegblasen kann – das ist systembedingt nicht möglich.

    Das Surren des Motors wird über die Schädelknochen auf des Gehör übertragen und erscheint dadurch lauter, als es in Wirklichkeit ist. Man kann aber zusätzlich auch noch einen Gehörschutz tragen. “In Ohr” Systeme funktionieren selbstverständlich, aber auch ein Kapsel-Gehörschutz kann getragen werden. Wenn man eine Zeit lang mit Visier und Gehörschutz arbeitet, bekommt man ein autistisches Gefühl, aber das kann durchaus zu konzentriertem Arbeiten beitragen.       nach oben

Das Ausschalten des Filters gestaltete sich als etwas schwierig, da der Schalter durch eine nicht passende Aussparung im Gehäuse blockiert wurde. Mit einer Feile ließ sich das Problem aber schnell beheben. Bei nur 300 Euro kann man ja kleine Nachbesserungen in kauf nehmen!?!

Die Filter

    Ein kleiner Lüfter – ähnlich dem, der auf einer CPU sitzt – saugt die Luft von außen an. Dabei wird die Luft erst durch einen Vorfilter geleitet, der stark an einen Fettfilter aus der Dunstabzughaube erinnert. Dann wird die Luft durch einen zweiten feinen Filter gelenkt, der mit Druckknöpfen an dem Gehäuse befestigt ist. Wenn die Maske in einer staubigen Umgebung benutzt, wird hat sich schon nach wenigen Minuten eine deutlich sichtbare Staubschicht auf dem Filter angesammelt.           nach oben

Hier sind deutlich die beiden Filter zu erkennen. Außerdem sieht man den Ventilator und den Akku

Der Akku

    Das Akkusystem ist durchaus noch verbesserungsfähig. Der Akkublock muss 14 Stunden geladen werden. Das ist nicht ganz so toll. Beispiel: Der Akku ist leer, wenn man eigentlich noch ein paar Stunden damit arbeiten möchte – was dann? Am Nachmittag zum Beispiel gegen 14:00 Uhr den Akku ans Ladegerät 14 Stunden, später kann es weiter gehen – das ist dann 4:00 Uhr in der Nacht, da ist mir nicht nach Drechseln, aber eigentlich müsste ich mir den Wecker stellen, denn die Akkus soll man ja nicht überladen. Warum gibt es nicht ein besseres Ladegerät, immerhin sind doch NiMH Akkus im Akkupack? Oder warum können nicht Mignonakkus eingesetzt werden, die es mittlerweile in jedem Supermarkt gibt? Ich werde mir ein Kabel mit Stecker machen, das auf den Anschluss passt und einen Akkupack mit Standardakkus, den ich dann in die Hosentasche stecken kann.      nach oben

Der Akkublock wird über einen 2,1mm Hohlstecker angeschlossen. Das Steckernetzteil ist mitgelieferte das Ladegerät

Zubehör

    Es wird eine große stabile Plastiktüte mitgeliefert, die ich allerdings nicht benutze. – Ich hebe den Airshield zur Zeit noch im Karton auf. Dann gibt es dieses lächerliche Ladegerät. Wirklich nützlich ist das Teil, mit dem man die Luftmenge, die in das Visier geblasen wird, überprüfen kann. Eine kleine Kugel wird in einem Käfig auf die Luftaustrittsöffnung gehalten. Wenn die Kugel an den Anschlag gedrückt wird ist die Luftmenge in Ordnung – ansonsten müssen entweder die Filter gereinigt werden oder der Akku ist nicht mehr voll.

    Auf dem Visier befindet sich noch eine selbstklebende Visierschutzfolie. Dadurch wird die Visierscheibe vor Kratzern geschützt. Die Visierschutzfolien gibt es auch als Zubehör und sie können gegebenenfalls erneuert werden.             nach oben

Mit diesem kleinen Teil kann man testen, ob noch genügend Luft in das Visier geblasen wird.

Fazit

    Der Trend Airshield ist nicht gerade preiswert und zu diesem Preis hätte man auch ein etwas zeitgemäßeres Akkusystem erwarten können. Die Filterleistung ist gut und es gibt meines Wissens nach kein vergleichbares Gerät. Wer viel mit Holzstaub zu tun hat oder drechselt, sollte überlegen, ob er sich nicht der Gesundheit zu liebe so ein Gerät zulegt.

    Der Tragekomfort ist in Ordnung. Dennoch drängt sich der Vergleich zu einem Kondom auf: Ohne ist schöner, aber mit ist sicherer.

    Ich würde den Trend Airshield wieder kaufen, das ist mir meine Gesundheit wert. Wenn allerdings ein Mitbewerber ein ähnliches Produkt auf den Markt bringen würde, hätte er es nicht all zu schwer, Trend hat die Messlatte nicht gerade hoch gelegt.                        nach oben


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