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Notenpulte

Unsere Gemeinde baute einen neuen Gemeindesaal. Bei den Gottesdiensten werden die Lieder mit Livemusik begleitet. Die bisher verwendeten klappbaren Notenpulte aus Blech sind nun wirklich kein schöner Anblick. Also wollte ich hübsche Notenpulte aus Holz bauen. Da die gesamte Inneneinrichtung aus Buche besteht, sollten die Notenpulte natürlich auch aus Buche gebaut werden.

Die Planung bereitete mir einiges an Kopfzerbrechen. Notenpulte stehen nur fest, wenn sie drei Beine haben. Wie sollten aber drei Beine an einer rechteckigen Säule befestigt werden? Oder sollte die Säule rund sein? Dafür fehlte mir die entsprechende Dechselmaschine und auch die Erfahrung. Wie sollte das mit der Höhenverstellung funktionieren? Und wie sollen die dünnen Teile der Notenplatte sicher verbunden werden? - Fragen über Fragen!

Ich entschiede mich dafür, der Säule einen sechseckigen Querschnitt zu geben. Daran lassen sich dann einfach drei Beine befestigen. Also zeichnete ich entsprechende Pläne. Mit Corel Draw entstand eine (technische) Zeichnung, die bestimmt nicht den Normen entspricht, die mir aber half bei der Arbeit nicht den Überblick zu verlieren.

6 Notenpulte sollte es für den Gemeindesaal geben. Da auch noch ein guter Freund ein paar Monate später heiraten wollte, sollte auch er ein Notenpult als Geschenk bekommen. Allerdings sollte es ein Duett-Notenpult werden.

Nachdem die Holzmenge berechnet war, kauft ich 35 mm Buche als unbesäumte Blockware. In der Garage konnte ich dann die Buche lagern und nach Bedarf auch zuschneiden.

Für meine Kreissäge habe ich mir einen Besäumschlitten gebaut. Damit habe ich dann zunächst das Material einseitig besäumt. Dann wurden alle Teile mit entsprechender Zugabe zugeschnitten. Für die Notenplatte benötigte ich 10mm starke Buche. Dazu teilte ich das 35 mm Holz mit der Kreissäge auf 2 x 15 mm auf..

Nachdem alle Teile grob zugeschnitten waren, mußte gehobelt werden. Buche ist sehr schwer zu hobeln. Außerdem sollten die Notenpulte in einigen Monaten fertig werden. Ich entschied mich für eine kleine Hobelmaschine. Bei ebay gab es eine kleine Abricht-Dicken-Hobelmaschine von Mafell, und diese legt ich mir zu, weil ich sonst keine Möglichkeit sah, diese große Aufgabe in einem angemessenen Zeitraum zu bewältigen. Dennoch gab es viel von Hand zu hobeln, denn die Schläge der Hobelwelle wollte ich alle noch mit dem Handhobel beseitigen. Bei diesem Projekt arbeitete ich nebeneinander mit meinen vielen Handhobeln und der Hobelmaschine.

Als erstes machte ich mich an die Höhenverstellung. Ich schnitt mit der Kreissäge sechskantige Profile. Anschließend wurden die Schnittkanten mit dem Putzhobel sauber geglättet.

Dann machte ich mich an die Säule. Die Säule sollte außen sechskantig sein und auch innen die sechskantige Höhenverstellung aufnehmen können. Zunächst zeichnete ich bei einem Teil die Schnittlinien an. Dann stellte ich die Kreissäge exakt ein und schnitt dann den inneren Teil ein. Um den Innensechskant völlig auszuräumen setzte ich mehrere Schnitte mit der Kreissäge nebeneinander.

Da ich nur ein Wechselzahnblatt besitze, ist das innere Profil nicht völlig glatt geworden. Ich wollte es hobeln. Mein Simshobel ist aber zu breit. Ich nahm einen alten Simshobel und bearbeitete das Messer vorsichtig mit einem Winkelschleifer und fräste auch mit der Oberfräse eine entsprechende Falz in den Hobel. So hatte ich dann einen Hobel, der in das innere Profil paßte.

Als nächstes schnitt ich das Außenprofil an. Das ergab dann jeweils eine halbe Sechskantsäule. Zwei Hälten wurden dann genau zusammengeleimt, und ich hatte dann eine Sechskantsäule mit einem sechkantigen Innenprofil für die Höhenverstellung.

Die Füße wurden grob mit der Stichsäge ausgeschnitten und dann mit der Oberfräse nach einer Schablone in Form gefräst. Die Füße sollten in die Säule eingegratet werden. Mit der Oberfräse wurde die Gratnut geschnitten und auch der Grat an den Füße wurde vorgearbeitet. Eingepaßt wurden die Füße dann mit dem Grathobel.

Um die Höhenverstellung zu arretieren, bohrte ich ein Holzgewinde in die Säule. Außerdem drechselte ich an einen Sechskantstab einen runden Zapfen an, an den dann Außengewinde angeschnitten wurden.

Um die Rahmen für die Notenplatte genau zuzuschneiden, baute ich mir eine Schneidlade, die genau in die T-Nuten meines Sägetisches paßt. Die Rahmen wurden dann mit Lamellos verbunden.

Der mittlere Steg sollte per Überplattung in den Rahmen eingefügt werden. So schnitt ich dann wieder mit der Kreissäge eine breite Nut in den fertigen Rahmen. Das Gegenstück wurde dann wieder auf der Kreissäge geschnitten.

Die Leiste, auf der die Noten dann stehen sollten, wurde mit Hohlkehlen versehen, damit die Notenblätter nicht so leicht herunterrutschen können.

Die Oberfläche wurde mir Holzöl behandelt. Dadurch kommt der satte Farbton der Rotbuche sehr schon zu Geltung. Außerdem ist es einfacher aufzutragen als eine Lackierung.

Und so sieht das fertige Produkt aus.

Duett-Notenständer

Serie: 6 Notenpulte


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