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Das Drechseln eines Kugelschreibers mit Mechanik

An dieser Stelle möchte ich beschreiben, wie ich Kugelschreiber mit Drehmechanik anfertige. Es gibt viele englischen Webseiten, auf der Drechsler zeigen, wie sie ihre Technik perfektioniert haben. Hier soll man sehen, wie ein Anfänger Kugelschreiber anfertigen kann.

Zunächst werden passende Stücke ausgesucht. Es eignet sich nicht jedes Holz für Kugelschreiber. Wenn es zu grobfaserig, ist kann man es nicht fein genug bearbeiten und es reißt aus.

Hier im Beispiel habe ich ein Stück Bubinga, Königsholz, Eibe und  Pockholz.

Mit der Tischkreissäge schneide ich Stücke von etwa 15 x 15 mm. Man kann also sehr gut auch kleine Reste verwenden.

Natürlich sollte man beim Schneiden so kleiner Stücke die nötige Vorsicht walten lassen und geeignete Schiebstöcke verwenden.

Es ist sehr rationell, wenn man gleich das Holz für mehrere Kugelschreiber vorbereitet.

Im nächsten Arbeitsgang werden die Stücke auf eine Länge von etwa 55 mm gebracht. Damit die Holzstruktur auch im fertigen Stift durchläuft, sollte man wenn möglich, die Stücke so zusammenlegen, wie sie auch am Baum gewachsen sind.

Mit der Ständerbohrmaschine wird ein 7 mm Loch durch den Rohling gebohrt. Bei harten Hölzern muß man in ganz kleinen Schritten bohren, weil sich das Holz stark erwärmt und der Bohrer sehr heiß wird. Gerade bei tropischen Hölzern kann es passieren, dass das Holz so heiß wird, dass es reißt.

Wenn der Maschinen- schraubstock am Bohrständer gut festgeschraubt wird, braucht man nur bei einem Rohling den Mittelpunkt finden. Die übrigen Rohlinge werden alle gleich eingespannt.

Die Rohlinge sind hier mit Bleistift zusammen gezeichnet, damit es nacher kein Suchen und Raten gibt.

In die Rohlinge werden dünne Messinghülsen eingeleimt, die Bestandteil des Kugelschreiberbausatzes sind.

Die Messinghülsen sollten sich leicht in den Holzrohling einschieben lassen.

Mit Sekundenkleber werden die Messinghülsen in das Holz eingeklebt. Vorher werden die Messinghülsen mit Nitroverdünnung von Fettrückständen gereingt.

Die Hülsen werden dann vollständig in das Holz eingeschoben.

Wenn der Sekundenkleber abgebunden ist - am besten am nächsten Tag - schneide ich mit der Kreissäge das Holz zur Messinghülse bündig ab. Im Idealfall ist das Holz dann genau so lang wie die Hülse.

Diese Mandrel ist notwendig, um die Holzrohlinge sicher und zentriert aufzuspannen. Die Mandrel kostet etwa 30 Euro, ist aber eine einmalige Ausgabe. Man sollte sie aber nur einsetzen, wenn die Spindel durchbohrt ist, denn sonst kann es passieren, daß man den Konus nicht mehr aus der Spindel herausbekommt.

Nun kann es endlich ans Drechseln gehen. Allzuviel Möglichkeiten hat man nicht, denn, wenn der Stift zu dick ist, liegt er nicht gut in der Hand.

Die beiden Stücke müssen an beiden Enden auch genau auf die Stärke der Stahlstücke gebracht werden.

Außerdem soll der Klipp ja auch noch auf das Oberteil passen.

Nun ist die Drechselarbeit schon fertig. Auf der Maschine kann man auch gleich die Oberflächenbehandlung fertig machen.

Mit einer Schraubzwinge wird zuerst das Oberteil montiert. Der Deckel wird zusammen mit dem Klipp aufgedrückt.

Dann wird die Spitze in das Unterteil gedrückt.

Anschließend wird die Drehmechanik in das Unterteil eingedrückt.

Nun kann man die Miene einschrauben und den Zierring und das Oberteil aufstecken.

Fertig ist der Drehkugelschreiber in Bubinga.


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